Das Klimaabkommen von Paris ist in Kraft getreten

Das Klimaabkommen von Paris ist seit kurzem in Kraft. Nun gilt es, die beschlossenen Vorgaben und Ziele umzusetzen. An oberster Stelle steht, den Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Denn ohne eine baldige Trendwende wird das gesamte zur Verfügung stehende CO2-Budget innerhalb von fünf bis 20 Jahren aufgebraucht sein. Ein schrittweiser Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energie (Kohle, Erdöl, Erdgas) ist somit unerlässlich.

Mythen vs. Fakten zur Zukunft der Energieversorgung

Der „Faktencheck Energiewende 2016/2017“ greift zehn der wichtigsten Argumente der aktuellen Klimaschutzdiskussion auf. Er wurde in Kooperation von Klima- und Energiefonds und dem Verband Erneuerbare Energien Österreichs erstellt und soll dazu beitragen, wichtige Argumente aus Klimaschutzperspektive übersichtlich zu gestalten.

1. Das Inkrafttreten des Klimaabkommens von Paris verpflichtet zu raschem Handeln

Mythos: Wir sind in Europa auf gutem Wege, die Anforderungen des Klimaabkommens von Paris zu erfüllen. Wir müssen nicht überall Vorreiter sein.
Fakten: Es gilt keine Zeit zu verlieren. Bei derzeitigem Umsetzungstempo ist das globale Treibhausgasbudget in rund 20 Jahren aufgebraucht.

2. Die Dekarbonisierung als Impulsgeber für Wirtschaft und Beschäftigung

Mythos: Ambitionierter Klimaschutz schadet der Wirtschaft und bedroht den Standort.
Fakten: Die beim Klimaschutz erfolgreichen Staaten sind auch wirtschaftlich meist erfolgreicher.

3. Die Energiewende ist kein Kostentreiber

Mythos: Die Ökostromförderung treibt die Kosten für den Endverbraucher in die Höhe.
Fakten: Nicht nur die Industrie, auch die Haushalte profitieren von zuletzt real gesunkenen Strompreisen.

4. Erfolgreiche Preis- und Marktentwicklung erneuerbarer Energieträger

Mythos: Die erneuerbaren Energieträger sind zu teuer, um marktfähig zu sein.
Fakten: Kosten für Windkraft und Photovoltaik beispielsweise sind in den vergangenen Jahren weltweit stark gesunken und weitere Kostenreduktionen werden in Zukunft erwartet.

5. Fossile Überkapazitäten gefährden Klimaschutz, Gesundheit und Wettbewerb der Zukunft

Mythos: Die Energiewende in Deutschland ist schuld an den hohen Stromimporten nach Österreich.
Fakten: Österreichs Stromimporte erreichten Rekordniveau. Der importierte Strom stammt vor allem aus Deutschland und Tschechien aufgrund von Überkapazitäten. Doch nicht zu viel erneuerbarer Strom ist am Markt, sondern zu viel Kohle- und Atomstrom.

6. Der fossile Energiesektor ist im Umbruch. Das alte Geschäftsmodell wird nicht funktionieren

Mythos: Der aktuelle niedrige Ölpreis sorgt nur für eine vorläufige Krise des Kohle-, Öl- und Gassektors.
Fakten: Durch die niedrigen fossilen Energiepreise haben Kohle-, Öl- und Gasunternehmen an Wert verloren. Elektromobilität wird hierzu einen entscheidenden Beitrag leisten.

7. Subventionen für fossile Energie behindern die Umsetzung des Klimaabkommens von Paris

Mythos: Die erneuerbaren Energien werden schon ewig subventioniert und es zeichnet sich kein Ende ab.
Fakten: Bei Berücksichtigung von Steuererleichterungen, Investitionen staatseigener Betreiber, ewigen Risikoübernahmen und öffentlichen Finanzierungshilfen staatlicher Banken gibt es immer noch Subventionen für fossile Energien– und das behindert immer noch einen fairen Markt und die Umsetzung der Klimaziele.

8. Immer mehr Staaten und Regionen setzen auf CO2-Preise

Mythos: CO2-Steuern sind neue Steuern und erhöhen immer die Steuerbelastung.
Fakten: Eine Vielzahl an Beispielen (neben den skandinavischen Ländern auch Frankreich, Mexiko oder Portugal) zeigt, dass sich CO2-Preise auch im nationalen Alleingang realisieren lassen, ohne dass dadurch die Gesamtsteuerlast erhöht werden muss.

9. Die Klimaveränderung ist ein enormes soziales Risiko

Mythos: Klimaschutzmaßnahmen treiben die Kosten für die Konsumenten in die Höhe und sind ein soziales Problem.
Fakten: Es ist die Klimaveränderung selbst, die eine starke soziale Gerechtigkeitsdimension besitzt. Folgen wie etwa Dürren, Überschwemmungen, Unwetterkatastrophen und damit einhergehende Schäden können insbesondere für Menschen mit geringerem Einkommen zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen führen.

10. Bioenergie ist das Rückgrat der erneuerbaren Energieversorgung in Österreich

Mythos: Erneuerbare Energien schaden der Umwelt mehr als sie nützen. In Österreich ist nicht genug Holz für Papier- und Energieproduktion da. Die energetische Nutzung von Biomasse ist nicht nachhaltig.
Fakten: Biomasse ist die wichtigste erneuerbare Energiequelle in Österreich. Die Entwicklung des Holzvorrats ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. Dabei sorgen strenge Forstgesetze dafür, dass nicht mehr Holz verwendet wird, als auch zuwächst. Neben der Optimierung der Verbrennungsqualität hat in den vergangenen Jahren die Energieeffizienz bei der Holzverbrennung weiter zugelegt. Biomassekessel weisen heute eine optimale energetische Brennstoffausnutzung auf.

 

Fazit: Es ist enorm wichtig, auf politischer Ebene neben Anreizen zum Energiesparen auch absolute Limits für den Energieverbrauch bzw. Treibhausgasemissionen zu setzen, marktverzerrende Subventionen abzubauen und steuerliche Maßnahmen zu ergreifen, wie etwa steigende Ökosteuern.

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Autor

Tamara Hager

Tamara Hager ist seit September 2015 in der Windhager Mannschaft und im Bereich Marketing/Kommunikation tätig. Sie verantwortet die Erstellung von Broschüren sowie Flyern, ist für den Online-Auftritt zuständig und organisiert die Mediaplanung.