100 Jahre Windhager: Heizkesselherstellung einst und jetzt

In den letzten 100 Jahren hat sich der Arbeitsalltag vieler Menschen sehr gewandelt. Auch bei Windhager ist seit der Gründung im Jahr 1921 gefühlt kein Stein auf dem anderen geblieben. Wir fragen uns: Wie hat die Herstellung von Öfen früher funktioniert? Was braucht es 2021 für die effiziente Produktion von komplexen Heizsystemen? Und gibt es Dinge, die damals wie heute bei der Heizkesselherstellung wichtig sind?

Stanzmaschine 1943

Eine der modernsten Heizkesselfertigungen Europas

Wer heute das Windhager Werk ganz in der Nähe von Salzburg besucht, findet einen der modernsten Produktionsbetriebe für Biomasse-Heizungen in Europa vor. 17.000 Heizkessel können an den sechs Montagelinien im Jahr hergestellt werden. Ob Stanzen, Schweißen, Lackieren, Montieren oder die abschließende Qualitätskontrolle – keiner der Prozesse der Heizkesselherstellung ist mehr ohne hochtechnologische und teils automatisierte Anlagen denkbar.

Rückblende: Seekirchen im Jahr 1921. Der gelernte Schmied und Schlosser Anton Windhager macht sich mit 26 Jahren selbstständig. Seine Werkstatt ist zuerst ein Keller, dann eine Holzhütte, die zugleich als Wohnung dient. Für diverse Reparaturen und die ersten, einfachen Öfen braucht er nicht mehr als eine Ständerbohrmaschine und eine Schleifmaschine. Letztere muss er über ein Wasserrad betreiben, weil ihm die „Seekirchner Elektrizitätsgesellschaft“ einen Anschluss verweigert.

Größer könnte der Unterschied zwischen Einst und Jetzt kaum sein, möchte man meinen. 1921 galten Werkzeug und Maschinen als Hilfsmittel für den Menschen. Heute funktionieren viele Abläufe automatisiert. Und doch gibt es Gemeinsamkeiten: Damals wie heute dreht sich bei der Fertigung von Windhager Heizungen alles um die drei Ms: Mensch, Maschine und Material.

Mensch – Maschine – Material

Die Herde und Öfen wurden seinerzeit alle in Handarbeit und mit dem Einsatz einiger weniger Werkzeuge und Maschinen hergestellt. Firmengründer Anton Windhager höchstpersönlich kontrollierte, ob der fertige Kessel seinen hohen Anforderungen genügte. Er forderte viel von seinen Mitarbeitern und legte großen Wert auf Qualität.

Auch heute noch braucht es für die Heizkesselfertigung bestens ausgebildete und erfahrene Mitarbeiter. Von der vollautomatischen Stanz-Laser-Maschine, über den Schweißroboter bis hin zur modernen Beschichtungsanlage: Immer sind auch der Menschen und sein Know-how gefordert.

Zwei Exzenterpressen aus den Jahren 1962 und 1985 sind beispielsweise heute noch im Einsatz. Die dafür notwendigen Werkzeuge stellen die Windhager Werkzeugbauer selbst her. Auch Verkleidungsteile, die mit dem Salvagnini Biegeautomaten bearbeitet werden, gehen immer durch die Hände eines erfahrenen Mitarbeiters. Kleinere Büge, die maschinell gar nicht möglich wären, macht der Mitarbeiter von Hand. Etwa die Hälfte der Schweißarbeiten – je nach Kessel – erledigt heute einer von 13 Schweißrobotern. Doch auch hier sind der prüfende Blick eines erfahrenen Schweißers und eventuelles Nachschweißen unersetzbar. An den 18 Handschweißplätzen werden Teile vorgeheftet, fertiggeschweißt und kontrolliert.

Hohe Qualität beginnt nicht erst beim Produkt, sondern bereits beim verwendeten Material. Dafür scheut Windhager heute wie damals keinen Aufwand. Im Jahr 2006 wurde das Unternehmen von der Montanuniversität Leoben bei der Auswahl eines extrem robusten Stahls mit hohem Chromanteil wissenschaftlich begleitet. Zum Einsatz kommt dieser zum Beispiel für den Füllraum des LogWIN Premium Touch.

Nicht immer war die Rohstoffbeschaffung so unkompliziert wie heute. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mussten Blech- und Eisenmaterial aus Kriegsgut gewonnen werden, das entlang der Bundesstraße von den Truppen zurückgelassen wurde.

Vom einfachen Herd zur komplexen Heizanlage

In den vergangenen 100 Jahren haben sich die Fertigungstechnik für Heizkessel und die Heiztechnik selbst rasant entwickelt. Anton Windhager hat kurz nach der Unternehmensgründung auf Auftrag die ersten einfachen Herde gebaut. Diese bestanden nur aus Feuerung, Wasserbehälter und einer Eisenplatte und waren auf vier Füße gestellt. Im Pelletskessel BioWIN2 Touch sind heute rund 1.200 Komponenten verbaut. Dazwischen liegen viele Entwicklungsschritte – Herde mit Backrohr, Brotbacköfen, Elektro- und Gasherde, die Entwicklung des ersten Zentralheizungskessels, um nur einige zu nennen. Ohne alle diese Schritte wäre Windhager heute nicht da, wo wir sind!

 

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Gabriele Engels ist bereits seit 2001 Teil der Windhager Mannschaft. In dieser Zeit war sie durchgehend im Marketing beschäftigt und für die gesamte Unternehmenskommunikation verantwortlich. Seit 2012 liegt der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.