Auf den HWB achten und Geld sparen

Jeder, in letzter Zeit eine Wohnung mieten oder ein Haus kaufen wollte, ist beim Durchlesen der Immobilien-Inserate auf die Angabe „HWB“ gestoßen. Dass sich hinter diesem Kürzel der Begriff „Heizwärmebedarf“ verbirgt, ist vielleicht den meisten noch bekannt, was dieser Wert jedoch konkret bedeutet und wie sich aus dem HWB letztendlich die Heizkosten berechnen lassen, wissen allerdings nur wenige.

 

Hier die Erklärung dazu:

Der Heizwärmebedarf oder kurz „HWB“ ist neben vielen anderen interessanten Energiewerten die wichtigste Energiekennzahl, die im Energieausweis angeführt werden muss. Er wird in kWh (Kilowattstunden)/m2a angeführt und gibt an, wie viel Energie pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr benötigt wird, um eine Innentemperatur von 20 Grad Celsius aufrecht zu erhalten. Damit ist der HWB ein wichtiger Vergleichswert für die Energie-Effizienz beziehungsweise für die thermische Qualität eines Gebäudes. Kennt man den Preis der kWh , lassen sich mit dem HWB auch einfach die ungefähren jährlichen Heizkosten berechnen.

Rechenformel für Heizkosten:
Quadratmeteranzahl x 1,25* x HWB x Preis/kWh.

*) als Berücksichtigung der Innen- und Außenmauern, die ebenfalls mit erwärmt werden.

Beispielrechnung mit Heizöl Extraleicht:

Einfamilienhaus, 150 Quadratmeter Wohnfläche, Ölheizung, HWB-85, Preis/kWh Heizöl EL: 0,089** Euro
150 x 1,25 x 85 x 0,089 =  1.418 Euro durchschnittliche Heizkosten im Jahr.

 

Je niedriger der HWB Wert umso besser

Je niedriger der HWB Wert also ist, umso besser ist das Gebäude gedämmt und umso günstiger wird das Heizen. Passivhäuser oder Wohnungen in Passivhaus-Bauweise verfügen beispielsweise über einen HWB von kleiner gleich 10.

Gebäude, die einen Wert von unter 50 aufweisen, gelten als Niedrigenergiehaus und für Neubauten ist ein HWB von maximal 54,4 vorgegeben. Unsanierte Gebäude hingegen haben einen HWB von mehr als 120.

 

Auf die Heizform achten

Wie das obige Rechenbeispiel zeigt, spielt aber auch die Art des Heizsystems eine wichtige Rolle. Würde dieses Haus beispielsweise mit Pellets beheizt, reduzieren sich die Heizkosten um fast die Hälfte.

Beispielrechnung mit biogenem Brennstoff Pellets:

Einfamilienhaus, 150 Quadratmeter Wohnfläche, Pelletsheizung, HWB-85, Preis/kWh Pellets: 0,05** Euro
150 x 1,25 x 85 x 0,05 (Pelletspreis Euro/kWh **) =  ca. 797Euro
**) Durchschnittliche Brennstoffpreise Oktober 2014

Rechner_klein

Wie hoch letztendlich die Heizkosten ausfallen, hängt darüber hinaus auch von den Lebensgewohnheiten der Bewohner ab. Erhöht man zum Beispiel die Raumtemperatur um ein Grad, steigen auch die Heizkosten um zirka sechs Prozent. Auch das Lüftungsverhalten hat einen Einfluss. Kurzes Stoßlüften ist auf jeden Fall sparsamer als die Fenster dauernd geöffnet zu lassen.

 

Die Angabe des HWB in Anzeigen ist Pflicht

Laut dem Energieausweisvorlagegesetz (EAVG) muss der HWB bei Verkaufs- oder Vermietungsanzeigen verpflichtend angegeben werden. KäuferInnen und MieterInnen haben zusätzlich auch das Recht, die Aushändigung des Energieausweises gerichtlich geltend zu machen.

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Gastautor Christian Thier ist gelernter Elektroingenieur, Energieberater und Anlagenhydrauliker. Er ist bereits seit 1985 bei Windhager beschäftigt. Sein Hauptaufgabenbereich umfasst die Leitung der Windhager-Heizungsplanung sowie den Sonderanlagenbau.