Förderpolitik bremst den Klimaschutz

Aktuellen Meldungen zu Folge wird 2014 als das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Geschichte eingehen. Die Folgen dieses Temperaturrekords waren dramatisch: Extreme Hitzewellen, Dürreperioden, Stürme und Flutkatastrophen haben weltweit riesige Schäden verursacht und tausende Menschenleben gekostet.

 

Wetterextreme nehmen zu

Mittlerweile ist bekannt, dass die fortschreitende globale Erwärmung mit all ihren Folgen von uns Menschen verursacht wird. Durch die Nutzung fossiler Energien blasen wir klimaschädliches CO2 in die Luft und heizen damit unser Klima an. Der CO2-Ausstoß steigt ständig. Deshalb gehen Experten davon aus, dass die Wetterextreme der vergangenen Jahre noch zunehmen werden, wenn wir nicht rasch handeln. „Weg von den fossilen hin zu den erneuerbaren Energien“ lautet das einzig wirksame Mittel gegen den drohenden Klimakollaps. Die dafür erforderlichen Technologien und Ressourcen wären zwar ausreichend vorhanden, doch wie es scheint, liegt den Industrienationen am Klimaschutz nicht wirklich viel.

 

438 Milliarden Euro Förderung für fossile Energien

Anstatt eine rasche Energiewende mit den entsprechenden Rahmenbedingungen voranzutreiben, werden weiterhin Milliardensummen in die Erschließung und Förderung neuer Öl- und Gasvorkommen investiert. Laut dem World Energy Outlook der Internationalen Energieagentur (IEA) betrugen allein im Jahr 2012 die weltweiten Subventionen für fossile Energien 438 Milliarden Euro.

Ein beträchtlicher Teil dieser Fördergelder floss dabei in die Erkundung von neuen Öl- Gas- und Kohlevorkommen. Diese Phase ist nicht nur sehr teuer sondern birgt auch ein großes Risiko. Denn bleibt eine Probebohrung ergebnislos, werden die dafür investierten Millionen an Steuergeldern buchstäblich „versenkt“. Laut einer Studie des britischen Thinktank Oversea Development Institute (ODI) wurde diese Risikominderung im Jahr 2012 mit 73 Milliarden Euro subventioniert. Das ist doppelt so viel wie der Betrag, den die 20 größten Öl- und Gasfirmen 2013 in die Erkundung neuer Energiequellen investiert haben. Wie diese Studie auch zeigt, ist die Förderung neuer, fossiler Vorkommen mittlerweile so aufwändig und teuer, dass ein Großteil der heutigen Öl- und Gasförderprojekte ohne staatliche Zuschüsse nicht profitabel wären.

 

Klimapolitik als Lippenbekenntnis

Diese Subventionspolitik ist umso unverständlicher, als sie auch im klaren Widerspruch zu den erklärten Klimazielen der Nationen steht. Bereits 2009 hatten die G-20 –Staaten bei einem Gipfel in Pittsburgh angekündigt, die Förderungen für fossile Brennstoffe deutlich zu kürzen. Leider blieb dieses Vorhaben genauso ein Lippenbekenntnis wie der 2010 in Cancun getroffene Beschluss, die die Klimaerwärmung auf gerade mal beherrschbare maximale zwei Grad einzudämmen. Weder das eine noch das andere ist bisher eingetreten. Ganz im Gegenteil. Der Anteil des klimaschädlichen CO2 war im Frühling 2013 so hoch wie nie zuvor und auch das Fördervolumen für fossile Brennstoffe ist in den letzten Jahren weiter angewachsen.

 

Mehr Subventionen für erneuerbare Energien erforderlich

Schade um das viele Geld. Man könnte diese Milliarden viel sinnvoller investieren, indem man beispielsweise den Umstieg auf erneuerbare Energien im großen Rahmen subventioniert. Allein der Fördertopf für die Erkundung neuer, fossiler Vorkommen würde reichen, um damit zehntausende veralteter Heizungen auf erneuerbare Energien umzustellen. So könnte man den klimaschädlichen CO2-Ausstoß schlagartig massiv senken. Jeder alte Öl- oder Gaskessel, der zum Beispiel durch eine Pelletsheizung ersetzt wird, spart im Jahr zirka 9.000 Tonnen CO2 *. Und ganz nebenbei würde man sich damit auch mehr Unabhängigkeit von den krisengeschüttelten Öl- und Gaslieferländern erkaufen.

Doch offensichtlich ist die Schmerzgrenze für ein Umdenken der Verantwortlichen noch nicht erreicht. Fragt sich nur, welche dramatischen Auswirkungen der Klimawandel noch haben muss, damit die Staatengemeinschaft den Klimaschutz endlich ernst nimmt und die rettende Energiewende umsetzt.

 

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Gabriele Engels ist bereits seit 2001 Teil der Windhager Mannschaft. In dieser Zeit war sie durchgehend im Marketing beschäftigt und für die gesamte Unternehmenskommunikation verantwortlich. Seit 2012 liegt der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.