Mit der Kraft der Sonne die Heizung unterstützen

Der Einsatz von thermischen Sonnenkollektoren zur Warmwasser-Bereitung ist mittlerweile relativ weit verbreitet. Doch mit der Kraft der Sonne kann auch ganz einfach die Heizung unterstützt werden. Im Interview mit Susanne Lampl, Produktmanagerin für Solar bei Windhager, erfahren wir mehr darüber.

Frau Lampl, was braucht man, um mit einer Solaranlage nicht nur das Warmwasser aufzubereiten, sondern zusätzlich noch die Heizung zu entlasten?

Zur solaren Heizungsunterstützung sind ein Pufferspeicher und eine etwas größere Kollektorfläche notwendig. Je nach Größe und Dämmung des Hauses sind das normalerweise ein Pufferspeicher mit 1.000 bis 2.000 Litern Inhalt und eine Solarkollektorfläche von 12 bis 25 m². Idealerweise wird die Solaranlage mit einem Biomasse-Heizkessel kombiniert, der dann die restliche erforderliche Wärme wie gewohnt zur Verfügung stellt.

AccuWINSolar_FRIWA_Solare Heizungsunterstützung Heizung unterstützen

Beispiel für die solare Heizungsunterstützung mit Pufferkaskade und Frischwassermodul

 

Wie erkennt das Heizsystem, dass die Solaranlage genügend Energie liefert?

Über die Heizungsregelung wird ständig kontrolliert, ob von den Sonnenkollektoren ausreichend warmes Wasser in den Pufferspeicher transportiert wird. Falls die Anforderung der Raumheizung größer ist als die verfügbare Wärmemenge im Pufferspeicher, startet der Heizkessel automatisch und schaltet dann auch wieder aus. Das gleiche gilt für das Brauchwasser, das entweder mit einem Boiler oder auch mit Hilfe eines Frischwassermoduls erzeugt werden kann.

Was bringen diese zusätzlichen Investitionen konkret?

In den meisten Fällen wird die Solaranlage so ausgelegt, dass rund 50% des Wärmebedarfs für die Warmwasserbereitung und die Raumheizung mit der kostenlosen Sonnenenergie gedeckt werden können. Das schont nicht nur die Kosten und die Umwelt, sondern entlastet auch den Heizkessel spürbar.

Was bedeutet der Begriff „Sonnenhaus“?

Wird von der Solaranlage mindestens die Hälfte des Heizbedarfs erzeugt, spricht man von einem Sonnenhaus. Dank der Technik und der Bauweise der Häuser ist es aber heute schon möglich, die erforderliche Wärme für Warmwasser und Heizung komplett mit Sonnenenergie abzudecken. Diese sogenannten „Solarhäuser“ sind so gebaut, dass sie auch im Winter ausschließlich solar geheizt werden und keine Zusatzheizung mehr benötigen.

Muss ein Solarhaus anders gebaut werden als ein herkömmliches Einfamilienhaus?

Solarhäuser sind Niedrigstenergiehäuser. Diese sind besonders gut isoliert und verfügen außerdem über eine sogenannte Bauteilaktivierung. Hierfür wird in den Betonteilen des Hauses, also Bodenplatte und Decken, die Wärme aus der Solaranlage zwischengespeichert und nach und nach wieder abgegeben. Das Speichervolumen ist so um vieles größer als bei einem Pufferspeicher. Notwendig ist bei einem Solarhaus auch eine vergrößerte Kollektorfläche. Diese baulichen Maßnahmen ermöglichen es, eine komplett Emissions- und Brennstoffkostenlose Heizung zu besitzen – denn die Sonne schickt keine Rechnung!

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Tipp: Aktuelle Förderaktion „Demoprojekte Solarhaus 2014“ vom österreichischen Klima- und Energiefonds: http://www.klimafonds.gv.at/foerderungen/aktuelle-foerderungen/2014-2/demoprojekte-solarhaus-2014/

 

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Christina Ortner ist seit 2011 bei Windhager im Bereich Marketing/Kommunikation tätig. Sie schreibt derzeit hauptsächlich Texte für den Blog und unterstützt bei der Presse- und Medienarbeit.