Unser Energieberater verrät, was Sie über den Energieausweis wissen müssen

Christian Thier ist ein geprüfter, unabhängiger Energieberater. Der 43-jährige Seekirchner steht Installateuren und Privatpersonen beratend zur Seite und unterstützt auch Windhager in der Planungsberatung. Da er sich bestens mit dem österreichischen Energieausweis auskennt, haben wir bei ihm genau nachgefragt und uns alle wichtigen Infos geben lassen.

Was sind Ihre Aufgaben als unabhängiger Energieberater?

Meine Aufgaben sind sehr abwechslungsreich. Ich helfe dabei, den Energieausweis richtig zu lesen und die Angaben richtig zu bewerten. Auf Basis der Informationen, die im Energieausweis stehen, kann ich meinen Kunden dann die für sie passendste Heizlösung empfehlen. Selbstverständlich ist meine Meinung neutral, ich repräsentiere keine Marke.

Eine weitere wichtige Aufgabe ist, dass ich – sowohl Kunden als auch Installateur, die für ihre Auftraggeber anfragen – Auskünfte über Förderungen geben kann. In Österreich ist es leider so, dass jedes Bundesland unterschiedliche Förderungen hat.

Was ist ein Energieausweis eigentlich? Wozu brauche ich ihn?

Sie können den Energieausweis als Typenschein für ein Gebäude verstehen, der den Energiebedarf eines Hauses und seine Energieeffizienz anzeigt. Sie müssen ihn für jedes Gebäude, das neu- oder umgebaut wird, ausstellen lassen. Auch wenn Sie Ihr Haus umfassend renovieren, vermieten, verkaufen oder verpachten, benötigen Sie einen Energieausweis.

Wie viel kostet so ein Energieausweis?

Das kann ich ohne Angaben nicht genau sagen. Bei einem neuen Standard-Einfamilienhaus kostet der Energieausweis rund 400 Euro.

Wer stellt einen Energieausweis aus?

Hauptsächlich Bauunternehmen, Planungsbüros, Heizungstechniker, Ingenieurbüros und Architekten. Unter www.energieausweis.at finden Sie schnell und einfach, welcher Betrieb in Ihrer Nähe Energieausweise ausstellt.

Was steht im Energieausweis?

Der Energieausweis enthält umfangreiche Informationen. Er weist folgende Kennzahlen aus:

  • Der Heizwärmebedarf,
  • der Wärmebedarf für Warmwasser,
  • der Heizenergiebedarf,
  • der Endenergiebedarf,
  • der Primärenergiebedarf,
  • der Gesamtenergieeffizienzfaktor,
  • die CO2-Emissionen
  • und Empfehlungen für Maßnahmen, beispielsweise den Austausch der Heizanlage.

Und was sind die wichtigsten Kennzahlen?

Der Heizwärmebedarf, kurz HWB, ist eine der wichtigsten. Diese Kennzahl dient als Skala, damit Sie einschätzen können, wie gut Ihr Gebäude im Vergleich mit anderen gedämmt ist. Sie können diesen Wert mit den Energieklassen für Kühlschränke vergleichen. Die Energieklassen des HWB reichen von G (sehr schlecht) bis A++ (sehr gut).

Der sogenannte fGee, der Gesamtenergieeffizienzfaktor, ist auch sehr wichtig. Er zeigt, wie energieeffizient Ihr Gebäude im Vergleich zu einem Neubau von 2007 ist. Je kleiner dieser Wert ist, umso effizienter ist Ihr Haus. 0,5 bedeutet beispielsweise, dass Ihr Haus um 50 Prozent besser effizienter ist als ein vergleichbarer Neubau im Jahr 2007.

Wenn ich einen Energieausweis habe, ist dieser dann für immer gültig?

Nein, er gilt ab dem Ausstellungsdatum zehn Jahre. Wollen Sie Ihr Haus oder Ihre Eigentumswohnung danach vermieten oder eine Förderung beantragen, brauchen Sie einen neuen Energieausweis.

 

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Christina Ortner ist seit 2011 bei Windhager im Bereich Marketing/Kommunikation tätig. Sie schreibt derzeit hauptsächlich Texte für den Blog und unterstützt bei der Presse- und Medienarbeit.